KW 50: China will ausländische Technik aus Behörden verbannen, Amazon-Chef Bezos warnt vor China, Neuer Standort für BSI

NACHRICHTEN

China will ausländische Technik aus Behörden verbannen: China macht im Kampf um die technologische Vorherrschaft gegen die USA einen harten Schritt. Nach Medienberichten will die kommunistische Führung bis 2022 ausländische Computer sowie Softwareanwendungen aus sämtlichen Behörden entfernen. Die Anordnung sieht offenbar vor, dass Behörden im kommenden Jahr 30 Prozent der Technik durch heimische Produkte ersetzen. Bis 2021 sollen noch mal 50 Prozent und 2022 die restlichen 20 Prozent ausgetauscht werden. Die Direktive habe daher den Namen “3-5-2” erhalten. Insgesamt bedeute die Anordnung, dass in Chinas staatlichen Einrichtungen bis zu 30 Millionen Geräte ausgetauscht werden müssen. Für Firmen wie Microsoft, Dell oder Intel sind das keine guten Nachrichten. Die Direktive ist Teil einer Kampagne, die Peking bereits vor zwei Jahren startete. Telekommunikationsunternehmen, Energie- und Wasserversorger, Transportfirmen oder Finanzkonzerne dürfen seitdem nur noch IT-Produkte kaufen, die eine staatliche Sicherheitsüberprüfung bestanden haben. Firmen dürfen ihre Daten außerdem nur in China speichern und müssen sie auf Anfrage der Regierung zur Verfügung stellen. Ob die Direktive wirklich umgesetzt werden kann, wird angezweifelt. Experten halten es für schwierig, jede Software durch heimische Versionen zu ersetzen, weil Betriebssysteme von Microsoft oder Apple in China weit verbreitet sind und auch heimische, chinesische Software darauf läuft. Zudem werden selbst chinesische Computer wie von Lenovo mit Chips amerikanischer Hersteller oder Festplatten aus Südkorea gebaut.
sueddeutsche.de

Amazon-Chef Bezos warnt vor China: Jeff Bezos hat vor einem wachsenden Einfluss China gewarnt. Bei einem Treffen von US-Militärführern und Verteidigungsunternehmern zeigte er sich besorgt vor einem Verlust der technologischen Vormachtstellung der USA. Chinas Bestrebungen, einen Vorsprung in wichtigen Technologien zu erlangen, stellten eine neue Art von Bedrohung für die militärische Vorherrschaft der USA dar, die seit Jahrzehnten auf einer klaren technologischen Überlegenheit beruhe, sagte Bezos. Er machte klar, dass er bereit sei, seine Dienste anzubieten. „Wir werden das Verteidigungsministerium unterstützen. Dieses Land ist wichtig.” Vor kurzem jedoch musste er erfahren, dass das Pentagon nicht unbedingt mit Amazon zusammenarbeiten will. Das Pentagon hatte für einen lukrativen Auftrag über zehn Milliarden Dollar nicht die Cloud von Amazon Web Services, sondern die von Microsoft gewählt. Amazon hat deshalb wegen Wettbewerbsverzerrung geklagt.
handelsblatt.com

Neuer Standort für BSI: Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) hat einen neuen Standort. Im sächsischen Freital wird die Behörde zukünftig ansässig sein. In dem Ort sollen dadurch 200 neue Arbeitsplätze entstehen. Mit dem Umzug soll das Thema Cybersicherheit auch mehr in der Fläche vertreten sein. Freital war als Standort auch ausgewählt worden, weil es sich nur wenige Kilometer von Dresden und damit einem der wichtigsten Halbleiterstandorte in Europa entfernt befindet. Das BSI will sich in Freital unter anderem mit der 5-G-Technologie befassen, zu der es auch an der TU Dresden einen Forschungsschwerpunkt gibt.
t-online.de

Neues Forschungszentrum Cybersicherheit eröffnet: In Darmstadt wurde das neue Zentrum für Cybersicherheit “Athene” eröffnet. Das Zentrum ist angegliedert an das Fraunhofer-Instituts für Sichere Informationstechnologie SIT und des Fraunhofer-Instituts für Graphische Datenverarbeitung IGD. Auch die TU Darmstadt ist beteiligt. Das Kooperationsmodell in ATHENE sieht neben der Mitwirkung der Hochschulen in einer Einrichtung der Fraunhofer-Gesellschaft agil initiierbare Forschungsvorhaben vor, die es beispielsweise ermöglichen, schnell auf neue Typen von Schwachstellen oder Angriffen zu reagieren. Bund und Land planen die Förderung für ATHENE von aktuell 12,5 Mio. Euro im Jahr 2019 auf 37 Mio. Euro im Jahr 2026 auszubauen.
elektronikpraxis.de

Kritische Sicherheitslücke gefährdet Millionen IoT-Geräte: Der Web-Server GoAhead auf Embedded-Basis kommt in vielen IoT-Geräten zum Einsatz. Zwei jüngst entdeckte Sicherheitslücken ermöglichen DoS- und sogar Schadcode-Attacken. Somit sind potenziell Millionen IoT-Geräte gefährdet. Der Großteil davon wird das verfügbare Sicherheitsupdate aber aller Wahrscheinlichkeit nach niemals zu sehen bekommen. Das liegt daran, dass sich viele IoT-Geräte gar nicht aktualisieren lassen oder Hersteller sich nicht in der Pflicht sehen, Sicherheitsupdates zu veröffentlichen. Die Softwareentwickler von EmbedThis sollen seit August 2019 Bescheid wissen. Der Patch wurde im November veröffentlicht.
heise.de

20 Jahre Gefängnis für Krypto-Nachhilfe: Virgil Griffith gilt vielen als “Kult-Hacker”. Nun wurde er in New York festgenommen. Allerdings nicht wegen Hackings, sondern weil er im Verdacht steht, Nordkorea in Sachen Kryptowährung beraten zu haben. Das kommunistische Regime steht schon seit längerem im Verdacht Sanktionen mit Hilfe von Kryptowährungen zu umgehen. Griffith war vor kurzem auf einer Krypta-Konferenz in Pyongyang. Sollte er verurteilt werden, drohen ihm bis zu 20 Jahre Haft.
sueddeutsche.de

Untersuchung: Wie Geräte im Haushalt zu Spionen werden fr.de
Datenschutz So schützen Sie sich vor unnötiger Datensammlung rnd.de
Finanzen: Fünf Prognosen zur Cybersicherheit in 2020 cash-online.de
Mobilität: Software in Autos und Verkehr gefährdet adac.de

ZAHL DER WOCHE

In Deutschland werden rund 60.000 Hackerattacken registriert – pro Minute.
elektronikpraxis.de

HINTERGRUND

Unternehmen tun zu wenig gegen Datenklau: Unternehmen in Deutschland wissen um die Gefahr von Cyberkriminalität. Aber sie schützen sich zu wenig davor. Das ist das Ergebnis der jüngsten Umfrage der Unternehmensberatung EY bei 450 deutschen Unternehmen. „Jeder glaubt, dass die Gefahr groß ist, aber nicht für mich. Diese Sicherheit ist trügerisch“, sagt Bodo Meseke, Experte für Cybersicherheit bei EY. Zwar hätten die meisten Unternehmen grundsätzliche Maßnahmen gegen Cyberattacken umgesetzt. Das reiche aber nicht. Rund ein Drittel der Unternehmen habe bisher noch keinen Krisenplan für den Notfall vorbereitet. Und von denen, die immerhin einen solchen Plan haben, hätten knapp ein Fünftel den Notfall und die dafür notwendigen Abläufe noch nie geübt. Am meisten Interesse haben Hacker an Kundendaten. Die sind leichter zu erbeuten und können auf dem Schwarzmarkt für gutes Geld verkauft werden.
tagesspiegel.de

Gesetz gegen den Missbrauch von KI: Am Eindhoven AI Systems Institute (EAISI) fand der Informationstag High Tech Next statt. Dabei ging es auch um die Regulation von KI. Direktor Carlo van de Weijer sprach sich für ein universelles Gesetz über Verhaltensregeln für Roboter und den Einsatz künstlicher Intelligenz. Ein Missbrauch könnte für die ganze Menschheit gravierende Folgen haben. Als Institution kämen nur die Vereinten Nationen in Frage. „Es steht dort auch auf der Tagesordnung. Allerdings ist nicht jedes Land Mitglied der Vereinten Nationen“, sagte Van de Weijer.
innovationorigins.de

ZITAT

“Cybersicherheit ist ein Grundpfeiler der Digitalisierung. Ohne sie kann die digitale Transformation von Wirtschaft und Gesellschaft nicht gelingen.”
Reimund Neugebauer, Präsident der Fraunhofer-Gesellschaft, anlässlich der Eröffnung des neuen Forschungszentrums für Cybersicherheit “Athene”.
elektronikpraxis.de

SICHER?

Die Gefahren von KI in der Medizin: Der Journalist Werner Bartens hat in der “Süddeutschen Zeitung” einen Kommentar gegen den unreflektierten Einsatz von KI in der Medizin geschrieben. In der Medizin gehe es um Leben und Tod. Diese Thematik könne man nicht einem Algorithmus oder einer Maschine überlassen. Er nennt das Beispiel eines Projekts der Uni Stanford, die Krebspatienten mit KI behandelten. Die Algorithmen lagen dabei ziemlich daneben. Wäre es nach dem KI-Programm gegangen, hätten sich etliche Patienten im Hospiz oder auf der Palliativstation wiedergefunden, denen unabhängige Ärzte begründete Hoffnungen auf einen Therapieerfolg zusprachen.
sueddeutsche.de

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