KW 46: EU-Staaten wollen sichere Nachrichtenverschlüsselung verbieten, US-Wahl verläuft ohne Hacker-Attacken, Videospiel-Hersteller Capcom meldet erfolgreichen Cyberangriff

NACHRICHTEN

EU-Staaten wollen sichere Nachrichtenverschlüsselung flächendeckend verbieten: Als Reaktion auf die Terroranschläge der vergangenen Wochen in Dresden, Paris, Nizza und Wien haben sich die EU-Mitgliedsstaaten wohl darauf geeinigt, sichere Verschlüsselung EU-weit zu verbieten. Das geht aus einer Veröffentlichung des Österreichischen Rundfunks ORF hervor, die sich auf den geheimen Entwurf einer geplanten Deklaration des EU-Ministerrats stützt. Darin erklären die Regierungen der EU-Staaten ihre Absicht, nach “innovativen Ansätzen” und technischen Lösungen zur Brechung der Verschlüsselung zu suchen. Dem ORF zufolge sollen durch den Beschluss Plattformbetreiber mit E2E-Verschlüsselung wie WhatsApp, Signal etc. verpflichtet werden, zusätzlich Generalschlüssel anzulegen und diese zu hinterlegen. Das Dokument soll auf der Videotagung der Innen- und Justizminister Anfang Dezember ohne weitere Diskussion verabschiedet werden.
fm4.orf.at

US-Wahl verläuft ohne Hacker-Attacken: Entgegen der Befürchtungen im Vorfeld sind die US-Präsidentschaftswahlen am 03. November ohne Hacker-Attacken über die Bühne gegangen. Sowohl die Bundesbehörde für Cybersecurity und Infrastructure Security als auch die Bundesbehörde für Nationale Sicherheit der USA teilten dies im Nachgang mit. Zwar teilten Behördensprecher mit, man wolle weiterhin wachsam sein, gleichwohl seien die Anstrengungen für Angriffe auf die US-Wahl 2020 im Vergleich zu den vorherigen zwei Wahlgängen von vornherein geringer ausgefallen.
cnet.com

Videospiel-Hersteller Capcom meldet erfolgreichen Cyberangriff: Der japanische Videospielentwickler und -publisher Cancom ist in der vergangenen Woche Opfer einer erfolgreichen Cyberattacke geworden. Das teilte das Unternehmen in einer Erklärung mit. Demnach haben sich Unbekannte unauthorisierten Zugang zu internen Netzwerken verschafft. Bislang seien aber keine Hinweise auf Datendiebstahl bekannt. Cancom veröffentlicht Videospiele wie Resident Evil, Street Fighter, und Mega Man. Immer wieder wird die Gamingbranche Opfer von Hackerattacken, zuletzt der Konkurrent Ubisoft.
bbc.com

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Palo Alto Networks und PwC geben erweiterte Partnerschaft bekannt: Der weltweit führende Anbieter von Cyber Security-Diensten Palo Alto Networks und die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft PricewaterhouseCoopers GmbH haben eine Kooperation bekannt gegeben, um ihren Kunden Managed Detection and Response (MDR)-Dienste anzubieten. Diese könnten dadurch weltweit die Dienste des Managed Service für Bedrohungsverfolgung, Schutz, Erkennung und Reaktion in Anspruch nehmen, teilten die Unternehmen mit. Durch die Kooperation wollen die beiden Firmen ein einzigartiges Schutzniveau mit konkurrenzlosen Sichtbarkeits- und Erkennungsfähigkeiten kreieren.
infopoint-security.de

FBI meldet Hackerangriffe auf Open-Source-Plattform SonarQube: Die Cyberdivision des FBI hat bekannt gegeben, seit April dieses Jahres mehrere Hackerangriffe auf US-Regierungsbehörden sowie private amerikanische Firmen im Technologie- und Finanzsektor registriert zu haben. Dabei hätten besonders unsicher konfigurierte Instanzen der Open-Source-Plattform SonarQube im Fokus der Cyberkriminellen gestanden. Bei SonarQube handelt es sich um eine Plattform für die statische Analyse und Bewertung der technischen Qualität von Sourcecode in 27 Programmiersprachen. Dem FBI zufolge hätten seit August Unbekannte interne Daten von zwei Organisationen über ein öffentliches Lifecycle-Repository-Werkzeug veröffentlicht. Auf die Weise waren bereits im Juli Daten aus Unternehmen in einem privat gehosteten und öffentlich zugänglichen Repository aufgetaucht.
heise.de

Huawei klagt gegen Ausschluss vom 5G-Netzausbau in Schweden: Der chinesische Netzausrüster Huawei geht gerichtlich gegen den eigenen Ausschluss vom schwedischen 5G-Netzausbau vor. Wie das Unternehmen mitteilte, habe man beim Verwaltungsgericht in Stockholm Rechtsmittel eingelegt. Hintergrund ist die Entscheidung der schwedischen Regulierungsbehörde PTS, die chinesischen Unternehmen Huawei und ZTE von der Vergabe für eine 5G-Lizenz auszuschließen. Zwar gehört Huawei als weltweit führend im Bereich 5G-Technologie, wird aber im chinesisch-amerikanischen Wirtschaftskrieg immer wieder mit Spionagevorwürfen zugunsten der chinesischen Regierung überzogen. Huawei bestreitet dies. Neben Schweden haben auch Italien und Großbritannien den Ausschluss der beiden Firmen aus der Volksrepublik vom 5G-Netzausbau beschlossen.
heise.de

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Ankündigung: Avira stellt Business-Sicherheitsprodukte Ende 2021 ein heise.de
Finanzen: Wie Anleger vom Wunsch nach Cybersicherheit profitieren können wallstreet-online.de
Warnung: FBI rechnet mit Hackerangriffen auf Krankenhäuser stern.de
Indien: Züge und Bahnen verbessern Sicherheit des High-Speed-Internets an Bord thelogicalindian.com
Unternehmen: Hacker nutzen ungepatchte VoIP-Lücken für Angriffe zdnet.de

ZAHL DER WOCHE

Laut der von PwC in Auftrag gegebenen Studie “Digital Trust Insights 2021” geben 50 Prozent von über 3.000 befragten Unternehmen weltweit an, Cyber-Security und Datenschutz in jeder Geschäftsentscheidung zu berücksichtigen. Das entspricht einer Verdopplung im Vergleich zum Vorjahreswert.
onlinepc.ch

HINTERGRUND

Die E-Sport-Szene im Fadenkreuz von Cyberkriminellen: Nicht nur die kulturelle, auch die wirtschaftliche Bedeutung von E-Sport, also kommerziellen Online-Wettbewerben von Videospielen, nimmt stetig zu. Längst fließen Millionen in die Branche. Das lockt auch Cyberkriminelle an. Sicherheitsexperten zufolge sind verschiedene Arten von Angriffen auf die Branche beliebt und verbreitet. So verzeichne man Ransomware-Attacken, bei denen Spieler und Sponsoren mit Erpressungstrojanern angegriffen werden. Des Weiteren könnten mit DDoS-for-hire-Diensten die Überlastung von Internetdiensten herbeigeführt werden. Weitere Methoden seien der Diebstahl personenbezogener Daten, die Manipulation von Spiel-Scores und der Verkauf gestohlener Gaming-Accounts.
iphone-magazin.org

Gartner stellt Top-Technologie-Trends 2021 vor: Das Marktforschungsunternehmen Gartner hat in einem Ausblick auf das kommende Jahr 2021 eine Prognose der strategischen Top-Technologie-Trends gewagt. Eine bedeutende Rolle sagt man Cyber-Security-Netzen voraus. Demnach kämen traditionelle Security-Konzepte wie der Schutz von IT-Ressourcen innerhalb eines Firmen-Perimeters an ihre Grenzen. Cyber-Security-Netze hingegen ziehen Perimeter um die Identität einer einzelnen Person oder Sache und seien daher überlegen. So könne ein jeder jede digitale Ressource sicher nutzen, unabhängig davon wo sich Nutzer oder Daten gerade befinden. Der Trend werde durch die Herausforderungen der Corona-Pandemie nur noch beschleunigt, ist sich Gartner sicher.
com-magazin.de

ZITAT

“Diese Länder können die digitalen Technologien weltweit gestalten, in ihrem Sinne prägen. Sie verfügen über digitale Gestaltungsmacht und kontrollieren damit entscheidende Machtinstrumente unserer Zukunft.”
Verteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer warnt davor, dass Server sich zu oft in Ländern befänden, die die europäischen Wert- und Ordnungsvorstellungen nicht teilten oder sogar offen herausforderten und plädiert vor dem Hintergrund für mehr Anstrengungen im Bereich Cybersicherheit und digitaler Infrastruktur.
saechsische.de

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SICHER?

Bundeswehr vergrault “Testhacker”, die sie selbst um Hilfe gebeten hat: Von Großunternehmen lernen, lautete die Devise der Bundeswehr, als man Ende Oktober in einem Aufruf Hacker darum bat, die IT-Systeme des deutschen Militärs zu attackieren um eventuelle Schwachstellen zu erkennen und der Bundeswehr zu melden. Prinzipiell keine schlechte Idee – auf das Know-How externer Spezialisten setzen um eigene Systeme zu verbessern ist ja in der Geschäftswelt mittlerweile ein anerkannter Ansatz. Allerdings einer, der von seriösen Firmen mit einer entsprechenden Vergütung der Hacker attraktiv gestaltet wird. Apple z.B. bietet den Höchstbetrag von einer Million US-Dollar für die Meldung extrem brisanter Sicherheitslücken. Und die Bundeswehr? Die möchte nach eigenen Angaben keine eigenen Schwachstellen ankaufen und bietet dem externen Fachpersonal – eine Danksagung, unentgeltlich. Wen wundert es da, dass nach zwei Wochen erst zwei Danksagungen ausgestellt wurden?
wiwo.de

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