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NACHRICHTEN

Internet of Things birgt großes Potenzial für Krypto-Betrug: Während mit Smart TVs, Druckern und Babyphones zunehmend Geräte in den Alltag einziehen, die cloud-basierte Lösungen anbieten, steht es um die Sicherheit bisher nicht gut. Experten schlagen Alarm, denn es besteht die Gefahr, dass diese Errungenschaften missbraucht werden. In Russland sind bereits Botnetze in smarten Geräten aufgefallen, die von Kriminellen zum Schürfen von Kryptowährungen benutzt werden. Für Kriminelle ist dies besonders attraktiv, da sie beim energieintensiven Krypto-Mining keinen Strom bezahlen müssen. Weitere Sicherheitslücken bestehen auch, wenn Geräte auf das Online-Banking zugreifen – Verbraucher vergessen oft dabei an ihre Sicherheit zu denken. br.de

Smart-TV-Studie: Amazon und Roku geben Daten unverschlüsselt weiter: Forscher der Universität Princeton fanden heraus, dass Smart TVs persönliche Daten bei der Verwendung von Kanälen wie Hulu, Netflix oder YouTube weitergeben. Dazu gehören auch Geodaten, die Geräteadresse sowie die WLAN-Kennung. Diese Kanäle arbeiten mit Trackern, um das Nutzungsprofil der Kunden zu analysieren – Geräte von Amazon Fire haben dabei in 89 Prozent der Fälle mit diesen Trackern kommuniziert und Informationen weitergesendet. Die Forscher plädieren für den Ausbau von Datenschutzmaßnahmen, da die Selbstregulierung nicht reiche – es müsste mindestens ein Äquivalent zum „Privaten Modus“ von Internetbrowsern entwickelt werden.
heise.de

Gesundheits-App Ada mit massiven Datenschutzmängeln: Ada soll Nutzern dabei helfen, ihre Symptome richtig einzuordnen und eine Diagnose zu stellen. Da dies durchaus intime Informationen sind, beteuert das Unternehmen um Ada stets, dass Datenschutz oberste Priorität sei. Eine Analyse des Informationsverkehrs, den die App sendet, belegt jedoch das Gegenteil: personenbezogene Daten gehen an Facebook und das Analyse-Tool Amplitude. Dass dies überhaupt möglich ist, liegt auch an der schwammigen Formulierung der Nutzungsbedingungen, die in den Graubereich gehen.
heise.de

Hacker manipulieren Verkehrsschilder in New York: Im New Yorker Stadtteil Brooklyn ist es Hackern gelungen, in die elektronischen Verkehrsanzeigen einzudringen und eigene Inhalte zu platzieren. Die Hacker nutzten die Schilder, um vor den Gefahren von Autos für die Umwelt und die Sicherheit von Kindern auf den Straßen aufmerksam zu machen. Es gäbe eine simple Sicherheitslücke – sie konnten das Standardpasswort erraten, welches für die meisten Geräte genutzt wird. Anleitungen zum Programmieren der Straßenschilder finden sich online.
spiegel.de

Deutschland schließt Zusammenarbeit mit Huawei nicht aus: Trotz aller Warnungen um Spionage-Absichten des chinesischen Telekommunikationsanbieters Huawei hat sich die Bundesregierung entschieden, den Konzern nicht beim 5G-Netz-Ausbau auszuschließen. Deutsche Unternehmen hätten für die Kooperation mit Huawei plädiert, da der digitale Infrastruktur-Ausbau sich verzögern würde. Deutschland lehnt zwar ab, Huawei Zugang zur kritischen Infrastruktur zu geben, doch für die USA ist der Schritt bereits einer zu viel – man überdenkt die Zusammenarbeit der Geheimdienste.
welt.de

Uploadfilter: EU will keine automatisierten Anti-Terror-Filter netzpolitik.org
App “Coin Master”: Indizierungsverfahren von Bundesprüfstelle heise.de
Arbeitslosen-Algorithmus: Scharfe Kritik netzpolitik.org
Twitter Zugriff auf Telefonnummern für Werbung zeit.de

ZAHL DER WOCHE

Nur 5 Prozent der Deutschen haben jemals per Smartphone gezahlt.
heise.de

HINTERGRUND

Social Engineering: wie Hacker menschliche Schwächen nutzen: Viele Menschen stellen sich die Hauptaktivität von erfolgreichen Hackern in der Arbeit vor dem Rechner vor – dabei sind Hacker sehr viel vielschichtiger unterwegs. Ein wesentlich Aspekt ihrer Arbeit ist das Social Engineering – die Fehler in typischen Mustern werden ausgenutzt. Sei es Unachtsamkeit, Naivität, Müdigkeit – Hacker nutzen häufig das Vertrauen von Menschen aus, um überhaupt an ihr Ziel zu kommen. Gezielte Manipulation ist Teil des Repertoires vieler Hacker geworden.
n-tv.de

Gesundheit: Datenschutz als Innovationshindernis: In Deutschland sind Patientendaten streng rechtlich geschützt. Dies ist wichtig bei sensiblen Daten, kann sich jedoch zum Nachteil entpuppen. Deutschland hängt bei der Künstlichen Intelligenz hinterher, was nicht zuletzt auch an den Datenmengen liegt, die für die Entwicklung von Deep-Learning-Algorithmen notwendig sind. Diese lernen anhand einer Vielzahl von codierten Beispielen – ein unmöglicher Prozess ohne Daten. Künstliche Intelligenz im Gesundheitssektor zu entwickeln könnte sich daher in Deutschland als besonders kompliziert erweisen als in anderen Ländern mit laxerem Datenschutz und größeres Technologievertrauen.
handelsblatt.com

 

SICHER?

Cloud Cam filmt Nutzer beim Sex: Wer drauf steht, freut sich unter Umständen darüber. Für alle anderen ist es mehr als unangenehm. Die Cloud Cam von Amazon hat bis zu 30 Sekunden lange Clips an Mitarbeiter in Rumänien und Indien versendet. Dabei verschickte sie auch Aufnahmen, die die Nutzer in sehr intimen Momenten aufnahm. Amazon benutzt die Clips um seine eigene künstliche Intelligenz zu trainieren. Den meisten Nutzern war das offensichtlich nicht klar.
derstandard.at

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