KW 07: Safer Internet Day soll Jugendliche schützen, BKA und LKA nutzen Gesichtserkennung, BSI: Passwort muss nicht mehr regelmäßig gewechselt werden

NACHRICHTEN

Safer Internet Day soll Jugendliche schützen: Gestern fand der Safer Internet Day statt. Der Aktionstag soll für Chancen und Risiken der Internet-Nutzung sensibilisieren. Dabei steht vor allem die Medienkompetenz von Kindern und Jugendlichen im Vordergrund. Bundesbildungsministerin Karliczek will deswegen unter anderem die Medienbildung in den Schulen fördern. Für Lehrerinnen und Lehrer solle es Weiterbildungsangebote geben. Auch die Gefahr von Cybergrooming soll stärker in den Fokus gerückt werden. Grooming ist der Fachbegriff für unterschiedliche Handlungen, die einen sexuellen Missbrauch vorbereiten. Das Strafrecht war in diesem Bereich unlängst noch einmal verschärft worden.
deutschlandfunk.de

BKA und LKA nutzen Gesichtserkennung: Innenminister Horst Seehofer verzichtet vorerst darauf, die automatisierte Gesichtserkennung mithilfe des Bundespolizeigesetzes auszuweiten. Doch das heißt nicht, dass die Technik an sich hierzulande tabu ist. Polizisten finden heute schon Hunderte mutmaßliche Täter per Gesichtserkennungssoftware. Zehntausende Recherchen werden nach Angaben des Bundeskriminalamtes (BKA) pro Jahr durchgeführt. Allein in Bayern, wo sich das dortige Landeskriminalamt (LKA) als Vorreiter in Sachen Gesichtserkennung sieht, hat sich die Zahl der mutmaßlichen Straftäter, die mithilfe des Programms identifiziert wurden, mehr als verdoppelt. Unabhängig davon, was man in Zukunft dürfe oder machen könne – auch mit den bereits vorhandenen Mitteln wären nach Ansicht des leitenden Kriminaldirektors Bernhard Egger in Bayern mehr Fahndungserfolge denkbar, wenn die vorhandenen Möglichkeiten engagierter genutzt würden.
spiegel.de, n-tv.de

BSI: Passwort muss nicht mehr regelmäßig gewechselt werden: Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik rät nicht mehr dazu, Passwörter regelmäßig zu wechseln. Die entsprechende Textpassage wurde in der aktuellen Ausgabe des BSI-Grundschutz-Kompendiums gestrichen. Nun raten die Fachleute dazu, das Passwort nur noch dann zu ändern, wenn es in falsche Hände geraten könnte. Auch die bisher aufgeführte Verpflichtung, feste Regeln für Länge und Komplexität vorzuschreiben, ist verschwunden. Experten für Internetsicherheit sind schon seit längerem der Meinung, dass ein gutes Passwort nicht permanent geändert werden muss. Eine regelmäßige Änderung würde eher zur Benutzung sehr schematischer Passwörter animieren. Markus Dürmuth, der an der Ruhr-Uni Bochum zu Themen wie Passwort-Sicherheit forscht, begrüßte den Kurswechsel des BSI: „Das ist ein sehr wichtiger Schritt, für den das BSI allerdings sehr lange gebraucht hat.“ Wer wissen will, wie man ein wirklich sicheres Passwort formuliert, kann sich Tipps beim Hasso-Plattner-Institut (HPI) in Potsdam holen. Dort sind die wichtigsten Faktoren aufgelistet.
faz.net

Union will Streit um 5G-Netz und Huawei beilegen: Die Spitze der Unionsfraktion hat ein Kompromisspapier zum 5G-Mobilfunkausbau gebilligt. Das Papier soll an diesem Dienstag von der Fraktion beschlossen werden und damit einen monatelangen internen Streit um eine Beteiligung Huaweis beenden. Das der Nachrichtenagentur “Reuters” vorliegende Papier sieht keinen Ausschluss chinesischer Anbieter vor, wie es die US-Regierung verlangt. Stattdessen sollen hohe Sicherheitsstandards gesetzt und der Einfluss ausländischer Regierungen auf das 5G-Netz ausgeschlossen werden.
deutschlandfunk.de

Ischinger warnt vor KI: Der Chef der Münchner Sicherheitskonferenz, Wolfgang Ischinger, hat vor dem wachsendem Einfluss von künstlicher Intelligenz gewarnt. Diese sei eine Revolution in der Waffentechnologie. Unbemannte Systeme mit künstlicher Intelligenz seien die Herausforderung der Zukunft. Am kommenden Freitag wird Ischinger die 56. Münchner Sicherheitskonferenz eröffnen. Diese gilt als wichtigstes Expertentreffen zur Sicherheitspolitik weltweit.
zeit.de

Uni Erlangen-Nürnberg: Studentendaten mit Abschlussnoten im Internet aufgetaucht funkschau.de
Datendiebstahl: Auf diese Telekom-Mail sollten Sie reagieren t-online.de
Datensammel-Unternehmen: Avast entschuldigt sich bei Nutzern chip.de
IoT: So geht Sicherheit im Internet of Things computerwoche.de

ZAHL DER WOCHE

Sicherheit und Nachhaltigkeit gehen für Deutsche beim Erwerb neuer technischer Geräte Hand in Hand: für 95 Prozent spielen Sicherheitskriterien eine wichtige Rolle, 88 Prozent ist Umweltfreundlichkeit wichtig.
heise.de

HINTERGRUND

Roger McNamee über Algorithmen und Demokratie: Roger McNamee war ein Angel Investor und Berater von Mark Zuckerberg. Die US-Wahlen 2016 und die Debatten um die Rolle Facebooks an ihrem Ausgang ließen McNamee die Seite wechseln. Er setzt sich nun als Netz-Experte für die Demokratie ein. Im Interview mit “Heise”spricht er über seine Rolle bei Facebook und die Gefahren, die soziale Netzwerke für demokratische Gemeinwesen haben können. Die größte Herausforderung ist seiner Meinung nach, dass das Silicon Valley einen anderes Wertesystem hat, als Demokratien, basierend vor allem auf Effizienz. Dieses System wollen sie der Demokratie überstülpen. Auch spricht er sich für ein Verbot von Amplifizierungs-Algorithmen ein, die den Nutzern genau die Inhalte zu präsentieren, mit denen sie sie am besten auf der Plattform festhalten können
heise.de

CDU-Blockchainexperte Heilmann will Stablecoin nicht nur Unternehmen überlassen: In Europa wird nach Einschätzung von Thomas Heilmann staatliches Digitalgeld wohl zumindest für den Handel von Finanzinstrumenten zwischen Banken kommen. Für Privatpersonen sei dies aber problematisch, weil sie sonst im Krisenfall die Banken sehr schnell digital stürmen würden. Das könnte wie ein Brandbeschleuniger wirken. Die Unionsfraktion hat sich für eine staatliche Kryptowährung, einen sogenannten Stablecoin der Europäischen Zentralbank, ausgesprochen. Es werde ein Stablecoin kommen, betonte Heilmann, und das dürfe nicht privaten Unternehmen wie Facebook überlassen werden.
handelsblatt.com

ZITAT

“Wer digitales Gift verbreitet, sollte ökonomisch genauso zur Verantwortung gezogen werden, wie derjenige, der chemische Gifte in Umlauf bringt.”
Roger McNamee, Netzaktivist, fordert, dass Plattformen mehr für die Inhalte ihrer Nutzer haften müssen.
heise.de

SICHER?

Angriffe auf smarte Zutrittskontrollsysteme häufen sich: Smarte Zutrittskontrolle sollen die Sicherheit in Unternehmen, Fabriken und Behörden verbessern. Mit einer Chipkarte sollen die Angestellten nur in ausgewählte Räume Zugang haben. Doch die Technik dahinter hat oft ihre Lücken in der Sicherheit, beispielsweise bei Linear eMerge E3, einem Produkt des US-Herstellers Nortek Security & Control (NSC). Sicherheitsforscher veröffentlichten bereits im Mai 2019 Details zu zehn Sicherheitslücken in den Linear-eMerge-E3-Produkten, von denen sechs mit einer Schwere zwischen 9,8 und 10 auf einer zehnstufigen Skala eingestuft wurden. Im November 2019 folgte die Veröffentlichung eines Proof of Concept. Trotzdem stellte NSC offenbar bislang keine Patches für die Sicherheitslücken zur Verfügung.
industry-of-things.de

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