KW 02: Pro-iranische Hacker greifen USA an, USA verschärfen Vorschriften für Export von KI-Software, CSU will stärker gegen Cybercrime vorgehen

NACHRICHTEN

Pro-iranische Hacker greifen USA an: Pro-iranische Hacker haben die Website des amerikanischen des Federal Depository Library Programs (FDLP) verunstaltet. Auf der Seite waren proiranische und antiamerikanische Botschaften zu sehen, zusammen mit einer Fotomontage des US-Präsidenten Donald Trump, der von einer Faust blutig geschlagen wird. Die Seite wurde offline genommen, allerdings ist die verunstaltete Version bereits vom Internet Archive archiviert worden. Der Hackerangriff ist rein symbolischer Natur, da kein größerer Schaden entstand.
heise.de

USA verschärfen Vorschriften für Export von KI-Software: Die USA verschärfen ihre Vorschriften für den Export von Software für Künstliche Intelligenz (KI). Die Maßnahmen sehen vor, dass ab Montag eine Lizenz zur Ausfuhr von gewissen Programmen für die Bearbeitung etwa von Satelliten-Aufnahmen (geospatial imagery) benötigt wird. Derartige Software kann von Sensoren, Drohnen und Satelliten für die automatische Zielerfassung im zivilen und militärischen Bereich genutzt werden. Die Regelung sieht Ausnahmen für das Nachbarland Kanada vor. Das Gesetz richtet sich vor allem gegen China. Es soll verhindern, dass amerikanische Firmen das chinesische Militär unterstützen.
wiwo.de

CSU will stärker gegen Cybercrime vorgehen: Die CSU macht sich auf ihrer Klausurtagung in Seeon dafür stark, gegen Cyberkriminalität härter vorzugehen. Dabei geht es vor allem um Geschäft im Darknet. Die Partei will „Licht ins Darknet“ bringen. „Teledienstprovider müssen verpflichtet werden, Cybercrime-Vorfälle bei einer Zentralstelle wie dem Bundeskriminalamt (BKA) zu melden. “Wir brauchen außerdem eine konsequente Strafbarkeit des Betreibens krimineller Infrastrukturen im Internet und eine bessere Strafaufklärung.“ Ebenfalls sollen die Provider digitaler Kommunikationsplattformen wie Facebook oder Twitter Aufrufe zu schweren Straftaten, aber auch schon Verdachtsfälle dem BKA melden müssen. Ähnliches plant auch die Justizministerin.
welt.de

Neue Regeln beim Online-Kauf: In der Europäischen Union sind neue Verbraucherschutzregeln in Kraft getreten, die binnen zwei Jahren in Deutschland und den anderen EU-Staaten umgesetzt werden sollen. Bei ernsten Verstößen drohen Händlern dann saftige Strafen von mindestens vier Prozent ihres Jahresumsatzes. Der sogenannte Neue Deal für Verbraucher ist ein Maßnahmenbündel. So sollen Käufer auf Online-Marktplätzen künftig informiert werden, ob der Verkäufer eine Firma oder eine Privatperson ist – denn bei Privatverkäufen gelten geringere Ansprüche bei Problemen oder Defekten. Bei Online-Suchen muss künftig erkennbar sein, ob ein Verkäufer für eine gute Platzierung in der Ergebnisliste gezahlt hat und nach welchen Kriterien diese zustande kam. Von Unternehmen bestellte lobende Produktkritiken werden verboten.
morgenpost.de

Sicherheitsupdates: Verschiedene D-Link-Router anfällig für Schadcode-Attacken heise.de
Vernetzte Industrie: Cyberrisiko Fabrik automotiveit.de
Prognose: Die fünf gefährlichsten Hacker-Strategien 2020 wiwo.de
Ratgeber: Wie bewege ich mich sicher im Internet? faz.net

ZAHL DER WOCHE

Nach Zahlen des IT-Verbands Bitkom belaufen sich die Schäden durch Cyberangriffe auf deutsche Unternehmen 2019 auf 103 Milliarden Euro.
wiwo.de

HINTERGRUND

Uni Gießen erholt sich langsam: Am 8. Dezember war die Justus-Liebig-Universität in Gießen Opfer eines großangelegten Hackerangriffs geworden. Nun erholt sich die Uni langsam wieder davon. Diese Woche gingen die ersten Seiten wieder online. Studenten und Uni-Mitarbeiter konnten sich ihre neuen Passwörter abholen. Durch das schnelle Herunterfahren der Server am 8. Dezember 2019 konnten laut dem Krisenstab der Universität Gießen alle wissenschaftlichen Daten und die Datenbestände der Verwaltung geschützt werden. Bis Mitarbeiter und Studenten wieder auf alle Daten der internen Windows-Laufwerke zugreifen können, werde es voraussichtlich noch bis Februar 2020 dauern.
golem.de

Hacker greifen vermehrt aus Vietnam an: Hacker aus Vietnam sind vermehrt in der Industriespionage tätig. Ihr Ziel: internationale Unternehmen ausspionieren und geistiges Eigentum stehlen. So berichtete das amerikanische Medienunternehmen Bloomberg im Dezember von Hackerangriffen auf die Autohersteller Toyota und Hyundai, hinter denen die Hanoier Regierung vermutet wird. Auch der deutsche Autobauer BMW wurde nach Berichten bereits Opfer. Die IT-Experten von BMW hätten die Eindringlinge allerdings bemerkt und sie über Monate hinweg beobachtet, bevor sie Ende November die befallenen Rechner vom Netz genommen hätten. Laut dem Bayerischen Rundfunk sollen keine sensiblen Daten ausspioniert worden sein. Die Regierung in Vietnam unterhält seit 2018 nach chinesischem Vorbild eine 10.000 Personen starke Cyberarmee.
taz.de

ZITAT

“Das Darknet hat sich zu einem Amazon für Verbrecher entwickelt – mit einem breiten Angebot von kriminellen Dienstleistungen bis hin zu Waffen und Drogen. Dagegen wollen wir konsequent vorgehen und Licht ins Darknet bringen.”
Die CSU will mit Ermittlungsbehörden im Darknet mehr Zugriffsmöglichkeiten geben.
tagesspiegel.de

SICHER?

IoT im Fokus kriminelle Entwickler: Cyber-Bedrohungen nehmen kontinuierlich zu. Eine permanent aktuelle Auflistung der unterschiedlichen Malware-Ausprägungen macht das unmöglich. Im Fokus krimineller Entwickler stehen dabei IoT-Anwendungen. Aber nicht nur. Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) identifizierte alleine für das Jahr 2019 rund 114 Millionen neue Schadprogramm-Varianten. In der Bürokommunikation kursierte Malware nach wie vor zum großen Teil in E-Mails verpackt. In den Produktivbereichen der Wirtschaft wie dem Maschinenbau nutzten Angreifer gezielt Sicherheitslücken aus, die sich etwa in der unsachgemäßen Implementierung von vernetzten Geräten fanden.
springerprofessional.de

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