KW9: Verbot von Darknet gefordert, Datenschützer schlagen Alarm vor Fingerabdruckpflicht, Sparkassen prüfen Einführung von Apple Pay

0

NACHRICHTEN

Verbot von Darknet gefordert: Zur Eröffnung des 22. europäischen Polizeikongresses in Berlin forderte Günter Krings, parlamentarischer Staatssekretär im Bundesinnenministerium, ein Verbot des Darknet-Browsers Tor. Dieser habe in freiheitlich-demokratischen Staaten keinen Platz und Nutzen, so Krings. Für Kriegs sind jegliche Aktivitäten im geschützten Raum des Darknets gleichzusetzen mit schädlichen Aktivitäten, die verboten gehören. Doch in der Realität zeigt sich, dass das Darknet auch Raum bietet für Whistleblower. In Sachen Vorbild scheint Krings seinen Blick gen Osten zu wenden: China lobte der Staatssekretär dafür, keine Hemmungen zu haben und erfolgreich den Datenschutz beim Analysieren der Bürger zu ignorieren.
heise.de

Staatstrojaner sollen nicht mehr Trojaner heißen: Die Bundesregierung hat ihre Auskünfte zur Nutzung von Überwachungstechnik durch Sicherheitsbehörden eingeschränkt. Demnach dürfen selbst Bundestagsabgeordnete keine Details mehr über die technischen Fähigkeiten und Befugnisse der deutschen Geheimdienste erfahren, wie sich zum Beispiel in einer Antwort auf eine Kleine Anfrage durch die Linksfraktion im Bundestag zeigte. Das Innenministerium will keine Angaben mehr darüber machen, wie oft das Bundesamt für Verfassungsschutz eine sogenannte stille SMS bei Verdächtigen einsetzt. Bei einer stillen SMS werden Signale an und vom Handy gesendet, ohne dass der Besitzer des Handys darüber benachrichtigt wird. Über die Nutzung der Telekommunikationsinfrastruktur kann schließlich der Standort des Handybesitzers ermittelt werden. In Schweigen hüllen sich Bundesnachrichtendienst, militärischer Abschirmdienst sowie Bundesamt für Verfassungsschutz auch bei der Frage, ob Bundesbehörden in der Lage sind, Mikrofone aus der Ferne zu aktivieren, um diese als Abhöreinrichtungen zu nutzen. Die Devise dahinter lautet, dass das Staatswohl über dem Informationsrecht steht.
golem.de

Datenschützer schlagen Alarm vor Fingerabdruckpflicht: Der seit 2007 im Reisepass standardmäßig vorhandene Fingerabdruck ist beim Personalausweis in Deutschland bisher freiwillig. Seit einigen Tagen ist damit jedoch Schluss: Vergangenen Dienstag einigten sich Unterhändler der EU-Staaten und des Europaparlaments auf neue Sicherheitsstandards für Identitätsdokumente, die unter anderem Vorsehen, einen Fingerabdruck im Personalausweis verpflichtend zu machen. Demnach müssen zwei Fingerabdrücke auf einem digitalen Chip gespeichert werden. Die Personalausweise müssen maschinenlesbar sein, im Kreditkarten-Format ausgegeben werden, ein Foto enthalten und fünf bis zehn Jahre gültig sein. Grüne und Sozialdemokraten im Europaparlament kritisierten die Einigung jedoch scharf. SPD-Innenpolitikerin Sylvia-Yvonne Kaufmann bezeichnete die Pläne als gravierenden Einschnitt in die Grundrechte, für den Grünen-Abgeordneten Sven Giegold haben die Fingerabdrücke lediglich Placebo-Effekt, ohne die bereits ausreichende Sicherheit zu erhöhen. Die Datensammelwut werde so nur gefördert.
tagesspiegel.de

Cyberattacken auf europäische Think-Tanks: Microsoft hat eine Reihe koordinierter Cyberangriffe gegen europäische Think-Tanks und gemeinnützige Organisationen registriert. Der Tech-Riese teilte am Mittwoch mit, man habe kürzlich Angriffe auf Mitarbeiter-Computer der Deutschen Gesellschaft für Auswärtige Politik, der europäischen Büros des Aspen Institutes sowie des German Marshall Fund festgestellt. Diese Organisationen konzentrierten sich auf Fragen im Zusammenhang mit Demokratie, Wahlintegrität und öffentliche Ordnung und unterhielten teils enge Kontakte zu Regierungsvertretern. Microsoft warnte, gerade im Vorfeld der EU-Wahlen 2019 im Mai sei es wichtig, dass Organisationen, die demokratische Prozesse unterstützten, Zugang zu hochmodernem Cybersicherheitsschutz hätten. Die Wahlen könnten eine ideale Gelegenheit für Angriffe böswilliger Aktivisten bieten.
euractiv.de

Sparkassen prüfen Einführung von Apple Pay: Die kontaktlose Bezahlung an Terminals im Einzelhandel sowie Online-Shopping mithilfe von Apple Pay war Kunden der Sparkassen vorerst nicht möglich. Die Sparkassen bieten derzeit eine eigene App für Android-Geräte an. Apple weigerte sich bisher, die für Banking-Apps essentielle NFC-Schnittstelle für Drittanbieter freizugeben. Hintergrund seien Sicherheitsbedenken. Jedoch dürfte sich in dieser Hinsicht einiges tun. Am Montag erklärte ein Sprecher des Deutschen Sparkassen- und Giroverbandes, dass man sehr positive Gespräche mit Apple führe. So soll herausgefunden werden, ob Apple Pay für alle Sparkassenkunden eingeführt werden kann. In Deutschland arbeitet Apple bisher unter anderem mit der Deutschen Bank, HypoVereinsbank, Comdirect, N26 und American Express zusammen. Die hierzulande gängige Girokarte wird dabei jedoch nicht unterstützt.
heise.de

Vorinstallierte Schadsoftware: BSI warnt vor bestimmten Tablets und Smartphones spiegel.de
Blaulicht-Funk: BOS-Digitalfunk wird für Bundeswehr geöffnet heise.de
Dorothee Bär: Staatsministerin fordert Digitalkunde als Pflichtfach handelsblatt.com
5G: Schweizer Netz geht im Ende März mit Huawei-Technik an den Start golem.de

ZAHL DER WOCHE

Rund ein Drittel des Upload-Traffics in der Region Europa, Naher Osten und Afrika (EMEA) läuft über das Bittorrent-Protokoll. Dies geht aus einem Bericht des US-Netzwerkausrüsters Sandrine hervor. Demnach entgehen den Medienunternehmen jährlich über 430 Millionen Euro Einnahmen.
t3n.de

HINTERGRUND

Bundesnetzagentur will 5G-Frequenzen am 19. März vergeben: Die Bundesnetzagentur gab am Freitag bekannt, dass die Frequenzen für den neuen 5G-Mobilfunkstandard am 19. März in der Mainzer Technikzentrale der Bonner Behörde vergeben werden sollen. Bislang sprach die Netzagentur nur von der zweiten Märzhälfte als Starttermin. Ausstehende Eiläntrage von Telekom, Vodafone und Telefónica beim Kölner Verwaltungsgericht könnten den anvisierten Zeitplan jedoch noch durcheinander bringen. Sollte das Gericht den Anträgen zustimmen, würde sich die Auktion wohl auf unbestimmte Zeit verzögern. Die Klagen der Netzbetreiber müssten dann erst in der Hauptsache abgearbeitet werden, bevor die Frequenzen versteigert werden dürfen. Hintergrund der Eilanträge ist das sogenannte lokale Roaming, welches Netzbetreiber dazu verpflichtet, ihre Netzinfrastruktur in Funklöchern auch für Konkurrenten zur Verfügung zu stellen.
spiegel.de

Europäischer Gerichtshof muss sich mit Auskunftspflicht von YouTube befassen: Der Gerichtshof muss sich damit befassen, in welchem Umfang ein Videoportal wie YouTube bei Urheberrechtsverletzungen Daten wie E-Mail-Adressen oder Telefonnummern von Nutzern herausgeben muss. Der Bundesgerichtshof in Karlsruhe legte dem Europäischen Gerichtshof am Donnerstag eine Reihe von Fragen zur Auslegung der maßgeblichen EU-Richtlinie vor. Zugleich setzte der Bundesgerichtshof in Karlsruhe das Verfahren aus, das Auslöser für diesen Fragenkatalog ist.
zeit.de

ZITAT

„Etwa 30 Prozent aller Angestellten klicken auf alles, was du ihnen schickst. Die paranoideste Firma schafft es mit extremem Aufwand vielleicht auf fünf Prozent. Menschen machen Fehler, und die Phishing-Mails werden immer besser.“
Dmitri Alperovitch, Mitgründer der IT-Sicherheitsfirma Crowdstrike, im Interview.
sueddeutsche.de

SICHER?

Ortungs-App wird Dieb zum Verhängnis: Einem 64-Jährigen Mann war am Donnerstag im Hamburger Hauptbahnhof eine Tasche gestohlen worden, in der sich ein Smartphone, ein Tablet, EC- und Kreditkarten sowie Personaldokumente im Gesamtwert von rund 1400 Euro befanden. Dank Technologie musste der Bestohlene jedoch nicht lange darauf warten, sein Eigentum wieder in Empfang zu nehmen. Am Tag nach dem Diebstahl meldete der Mann der Bundespolizei, dass er seine Technik am Hamburger Bahnhof lokalisieren konnte. Die Polizei nahm den Dieb daraufhin vor Ort fest. Das Diebesgut trug er noch bei sich.
heise.de

Share.

About Author

Comments are closed.