KW10: Facebooks Lobby-Schlacht gegen die DSGVO, Debatte über Huawei-Ausschluss gewinnt an Dynamik, 19-Jähriger Hacker wird zum Millionär

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NACHRICHTEN

Facebooks Lobby-Schlacht gegen die DSGVO: Interne Dokumente von Facebook zeigen, dass der US-Konzern in der Debatte um die Datenschutz-Grundverordnung intensivstes Lobbying betrieben haben soll. Facebook wertete den Plan für die DSGVO damals als „Bedrohung für Arbeitsplätze, Innovation und das wirtschaftliche Wachstum in Europa“. Der frühere irische Premierminister Enda Kenny, in dessen Land sich Facebooks Hauptsitz befindet, soll der Social-Media-Plattform demnach zugesagt haben, die DSGVO abzuschwächen. Laut der DSGVO ist die irische Datenschutzbehörde federführend, wenn es um die Durchsetzung der Bestimmungen rund um die Privatsphäre der Nutzer geht. Facebook war daher erleichtert über den Zuspruch aus Irland. Derweil macht Facebook kein Geheimnis daraus, dass es seine interne Datenflut nutzt, um tatsächliche und angebliche Gefahren für das Unternehmen und seine Mitarbeiter zu observieren. So sollen die Standortdaten von Ex-Mitarbeitern ausgelesen oder Nachrichten von Praktikanten mitgelesen werden. Wer für Facebooks Spitzeleinheit als Gefährder gilt, werde auf eine Liste mit dem Namen „be on the lookout“ gesetzt, im internen Jargon als „BOLO“ bekannt.
heise.de netzpolitik.org

Debatte über Huawei-Ausschluss gewinnt an Dynamik: Die Regierung berät sich derzeit noch immer über die Frage, ob der chinesische Netzwerkausrüster Huawei an der kommenden Auktion von 5G-Frequenzen am 19. März beteiligt werden soll. Das Kanzleramt und die deutsche Wirtschaft fürchten Strafaktionen der Chinesen, sollte Deutschland Huawei nicht zulassen. Das BSI will daher gemeinsam mit der Bundesnetzagentur noch vor der Auktion Eckpunkte zu den neuen Sicherheitsanforderungen veröffentlichen, die an den künftigen Netzausbau gestellt werden. Durch eine Änderung des Telekommunikationsgesetzes soll sichergestellt werden, dass diese Sicherheitsanforderungen an die Netzwerkausrüster verbindlich sind. Solange Huawei die Bedingungen erfülle, könne es auch an der Vergabe teilnehmen. Allerdings gibt es innerhalb der Regierung Misstrauen gegenüber einem chinesischen Entgegenkommen. Das gegenseitige Vertrauen sei nicht historisch gewachsen. Der Wirtschaftsberater von Kanzlerin Angela Merkel, Lars-Hendrik Röller, sei kürzlich in China gewesen, um über ein Anti-Spionage-Abkommen mit der chinesischen Regierung zu verhandeln.
handelsblatt.com welt.de

BDI fordert gleiche Kriterien für alle 5G-Ausrüster: Der Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) fordert Planungssicherheit für den Ausbau des neuen Mobilfunkstandards 5G in Europa. Europaweit sollten die gleichen Prüfkriterien, Regeln und Verfahren gelten, wie es in einem BDI-Papier heißt. Der BDI begrüßt die derzeitige Debatte um die Sicherheit in der neuen Mobilfunktechnik: BDI-Chef Dieter Kempf sagte, eine bessere Überprüfung der eingesetzten Technik sei richtig. Auch sollen Behörden Einsicht in die Quellcodes und die Entwicklungsprozesse in den Unternehmen haben, das Personal und die finanzielle Unterstützung beim BSI solle aufgestockt werden. So könnten Unsicherheiten für die Bieter in der kommenden Netzauktion in diesem Monat verhindert werden.
golem.de

Verwirrung in der Abstimmung über die EU-Copyright-Reform: Die konservative Europäische Volkspartei wolle laut Fraktionschef Manfred Weber keine Schritte unternehmen, die Abstimmung über die Reform des EU-Urheberrechts kurzfristig auf kommende Woche vorzuziehen. Bis dahin lägen die Übersetzungen der Gesetzestexte nicht vor. Demnach werden die Abgeordneten Ende März über den von Unterhändlern mit den EU-Staaten erzielten Kompromiss abstimmen. Als Reaktion auf die verfrühte Abstimmung regte sich Protest im Netz. Erst sollte die Abstimmung „so früh wie möglich“, dann zu einem früheren Datum, und mittlerweile wieder zum ursprünglich anberaumten Termin stattfinden.
heise.de

19-Jähriger Hacker wird zum Millionär: Der 19-jährige Argentinier Santiago Lopez ist der erste Hacker, der über die Bug-Bounty-Plattform Hackerone über eine Million US-Dollar an Belohnungen für gefundene Schwachstellen einsammeln konnte. Lopez hat sich ab 2015 das Hacken über Internetvideos und Tutorials selbst beigebracht. Das Resultat seiner täglichen sechs- bis siebenstündigen Arbeitsschichten sind insgesamt 1.676 ausfindig gemachte Sicherheitslücken, für die er großzügig belohnt wurde. Im vergangenen Jahr haben Hacker von Hackerone über 19 Millionen Dollar an Belohnungen erhalten.
t3n.de

Warum ji32k7au4a83 kein gutes Passwort ist: Zwölf Zeichen, Buchstaben und Zahlen, scheinbar zufällig kombiniert, ohne dass ein Muster erkennbar ist – die Kombination „ji32k7au4a83“ wirkt auf den ersten Blick wie das perfekte Passwort. Doch in einer Datenbank für geleakte Zugangsdaten taucht das Passwort fast 150 Mal auf. Die Erklärung für diese Anomalie hängt mit dem der taiwanischen Tastatur und dem deutschen Klassiker „mein Passwort“ zusammen. Wer auf der Zhuyin-Tastatur „我的密码“ („mein Passwort“) eingibt, erhält „ji32k7au4a83“ als Ergebnis. Seine Passwörter sollte man sich also am besten von einem Zufallsgenerator erzeugen lassen.
sueddeutsche.de

Berlin gegen Artikel 13: Axel Voss bewegt Massen im Kampf für das freie Internet golem.de
People Analytics: So funktioniert digitale Mitarbeiterüberwachung handelsblatt.com
Hacker: Vermehrtes Kryptojacking it-daily.net
Thailand: Umstrittenes Gesetz gegen Cyberkriminalität verabschiedet spiegel.de
Huawei-Affäre: China beschuldigt zwei Kanadier der Spionage tagesspiegel.de

ZAHL DER WOCHE

Lediglich 14 Prozent der deutschen Hochschulen haben eine Digitalisierungsstrategie, wie aus dem jüngsten Jahresgutachten der Expertenkommission für Forschung und Innovation (EFI) hervorgeht. Die Experten fordern darin finanzielle Unterstützung der Politik. So soll es eine Digitalisierungspauschale pro Student geben. Die stets befristete Projektförderung führt laut der EFI zu einem unübersichtlichen Nebeneinander von IT-Strukturen, auf denen man keine Strategie aufbauen könne.
handelsblatt.com

HINTERGRUND

Deutschland gegen Konzept für besseren Whistleblower-Schutz in EU: Beim Schutz von Whistleblowern in der EU hat Deutschland sich gegen Forderungen des EU-Parlaments nach mehr Sicherheit für Betroffene gestellt. Das Justizministerium von Katarina Barley besteht bei den derzeit in Brüssel laufenden Verhandlungen zwischen EU-Staaten und Parlament zusammen mit anderen Ländern darauf, dass die Hinweisgeber sich an ein dreistufiges Meldeverfahren halten müssen und erst im letzten Schritt an die Öffentlichkeit gehen dürfen. Das geht aus einem Papier des Auswärtigen Amts hervor, das der Deutschen Presse-Agentur vorliegt. Das Parlament will hingegen, dass Whistleblower selbst wählen können, wie sie Missstände melden. Der Grünen-Europaabgeordnete Sven Giegold kritisierte, Barley blockiere den bestmöglichen Schutz für Whistleblower in Europa. Die Ministerin müsse den Weg für vollen Schutz freimachen – unabhängig vom internen Beschwerdeweg.
handelsblatt.com

Bayern verzichtet auf Bewerbung als Standort für EU-Supercomputer: Die EU und mehrere europäische Staaten, darunter Deutschland, wollen zwei sogenannte Supercomputer einrichten, die bei Vorhersagen von Naturkatastrophen und zur Entwicklung von Verschlüsselungstechnologien zum Einsatz kommen sollen. Dafür stünde rund eine Milliarde Euro bereit. Das Wissenschaftsministerium erklärte nun auf eine Anfrage des europapolitischen Sprechers der SPD-Landtagsfraktion, dass Bayern nicht Standort für einen solchen EU-Supercomputer werden wolle. Bayerns Wissenschaftsminister Bernd Sibler verwies darauf, dass Bayern mit dem SuperMUC-NG bereits über einen Hochleistungsrechner auf Weltklasseniveau verfüge. Der SuperMUC-Next Generation (NG) wurde im September 2018 am Leibniz-Rechenzentrum der Bayerischen Akademie der Wissenschaften in Garching in Betrieb genommen.
heise.de

ZITAT

„Facebook würde gegen die Entscheidung des Kartellamts nicht vorgehen, wenn sich das Unternehmen nicht von ihr bedroht fühlen würde. Wir merken auch an anderen Stellen, dass Facebook durchaus Angst vor den potenziellen Auswirkungen des europäischen Datenschutzes auf sein Geschäftsmodell hat.“
Ulrich Kelber, der neue Bundesbeauftragte für den Datenschutz, kritisiert Behörden, Facebook und die US-Amerikaner.
heise.de

SICHER?

Wie man künstliche Gesichter enttarnt: Gesichter schaffen Vertrauen. Dass man sich darauf aufgrund von neuen Technologien nicht mehr gänzlich verlassen kann, zeigt diese Webseite, die mithilfe von Künstlicher Intelligenz Gesichter von Personen kreiert, die überhaupt nicht existieren. Wissenschaftler der University of Washington in Seattle haben daher eine Webseite gestaltet, bei der man seine Gesichter-Intuition testen kann. Die Forscher listen allerdings auch einige Merkmale von unechten Bildern auf, wie zum Beispiel Wassertropfen in den Gesichtern oder unrealistisch wirkende Hintergründe. Testen Sie ihr Gefühl!
faz.net

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