KW 48: Vorstoß zu Schulfach “Digitale Selbstverteidigung”, Huawei, Hacking-Angriff auf Willhaben, Predictive Policing

NACHRICHTEN

Linken-Vorsitzende fordert Schulfach “Digitale Selbstverteidigung”: In einem Positionspapier fordert Linken-Politikerin Katja Kipping die Einführung eines Schulfachs, das Kinder und Jugendliche im Umgang mit Risiken im Netz trainiert. Kipping wies darauf hin, dass bereits heute Phishing-Mails und das Datensammeln durch Großkonzerne Faktoren seien, die Verbraucher verunsichern oder gar zum Opfer krimineller Machenschaften werden lässt. Sie verwies, dass es in Thüringen bereits Projekte an Grundschulen gäbe, bei dem Digitalkompetenzen an die junge Generation weitergegeben werden – diese solle es auch bundesweit geben.
tagesspiegel.de

Huawei – Wirtschaft gegen Ausschluss, aber für Sicherheit: Beim 5G-Ausbau gibt es weiterhin Sicherheitsbedenken. In der vergangenen Woche wurden diese seitens der Politik auf dem CDU-Bundesparteitag deutlich. Die Sicherheitsrisiken und Gefahren für Spionage seien weiterhin Grund zur Sorge. Gleichzeitig bezieht nun auch die Wirtschaft stärker Position zum chinesischen Telekommunkationsunternehmen. Vodafone und die Telekom sind weiterhin gegen einen Ausschluss von Huawei – vor allem, weil die Einführung von 5G sich damit drastisch verzögern würde. Dies hätte zur Folge, dass die Entwicklung von Technologien aus dem Bereich des Internets der Dinge nicht vorankäme. Allerdings soll Huawei aus dem sensiblen Netz entfernt werden. Das Mobilfunknetz – zum einen das sensible Kernnetz für die Informationsverarbeitung, zum anderen das verschlüsselte Antennennetz. Im zweiten Bereich fallen 80 Prozent der Investitionen an – dort soll Huawei nicht ausgeschlossen werden.
welt.de

Nutzerdaten von Willhaben gestohlen: Der Online-Marktplatz Willhaben wurde von Hackern angegriffen. Sie sollen die Telefondaten von rund 100 Personen erbeutet haben. Durch eine Phishing-SMS sei eine Lücke in der Sicherheitsarchitektur ausgenutzt worden. Die Hacker versuchen offenbar Geld zu erbeuten und verschicken SMS an die gestohlenen Nutzerdaten. Aufforderungen Vorauszahlungen zu tätigen, sollen die Nutzer ignorieren, mahnt das Online-Unternehmen.
derstandard.de

Iranische Hacker werden aktiver: Auf der Sicherheitskonferenz CyberwarCon erklärte Microsoft seine Beobachtungen zu Cyberkriminalität aus dem Iran. Die Islamische Republik ist wegen ihrer Hacking-Szene berüchtigt. Offenbar ist die Gruppierung APT33 noch aktivier geworden, als sie zuvor gewesen ist. Die Hacker versuchen mittlerweile nicht nur auf IT-Software zuzugreifen, sondern sich auch an physischen Kontrollsysteme zu betätigen. Diese seien zum Teil für die Stromversorgung, Produktion und Ölherstellung genutzt worden.
derstandard.de

Neue Studie zu Predictive Policing: Die Bertelsmannstiftung und die Stiftung Neue Verantwortung kritisieren in einer neuen Studie den Einsatz von Künstlicher Intelligenz im. Polizeidienst. In sechs Bundesländern würde bereits eine KI genutzt werden, die vorausschauend Polizisten für Gefahrenhotspots vorbereiten soll. Dabei sollen nicht Einzelpersonen beobachtet werden, sondern Stadtquartiere mit hohem Kriminalitätsaufkommen. Die Studienautoren fordern von der Polizei mehr Transparenz, damit das Unsicherheitsgefühl in der Bevölkerung nicht steigt und Personen nicht in den Verdacht geraten, weil sie an einem ungünstigen Ort wohnen.
businessinsider.de

Smart Home: Gefahrenquellen für Hacking-Angrifife businessinsider.de
Cybersicherheit: EU konkretisiert Standards heise.de
E-Privacy-Verordnung: Datenschutzjuristen ratlos golem.de
Patches: Kaspersky bessert bei seinem Web Protection Feature nach heise.de
Sicherheit: Heimlicher Roboterhunde-Einsatz bei US-Polizei t3n.de

ZAHL DER WOCHE

40 Prozent aller Großunternehmen erleben täglich Cyber-Angriffe
t3n.de

HINTERGRUND

Der ganz normale Hacker: Hacker werden oft als kriminelle Bedrohung wahrgenommen, die Privatleute wie Firmen erpressen oder berauben. Das Bild ist jedoch stark verzerrt – Sicherheitsexperten sorgen dafür, dass Informationen geschützt bleiben. Die Süddeutsche Zeitung spricht mit Hacker Julien Ahrens über ethische Grenzen, Gefahren im Internet, den Arbeitsalltag als Bounty Hunter und das Gehalt.
sueddeutsche.de

Bedenkliches Moderationsverhalten bei TikTok: Netzpolitik berichtet über die Moderationsverfahren von hochgeladenen Videos auf der beliebten Plattform TikTok und ist skeptisch: Deutsche Inhalte werden aus Berlin, Barcelona und Peking moderiert, es gibt im Laufe eines Tages 1000 Tickets und somit nur sehr wenig Zeit für eine ausgiebige Kontrolle. Netzpolitik sieht ebenfalls eine zweifelhafte Verquickung in puncto Zensur und Regimetreue.
netzpolitik.org

ZITAT

“Der freie Zugang zum Internet muss ein Grund- und Menschenrecht sein, das für alle Menschen weltweit gilt.”
Wirtschaftsminister Peter Altmaier Internet fordert auf dem Internet Governance Forum, Internet als Menschenrecht zu verankern.
sueddeutsche.de

SICHER?

Analoges Sicherheitsproblem im digitalen Estland: Estland ist bekannt für den digitalen Fortschritt in der Verwaltung und das papierlose Büro. Sicherheitsbedenken bestehen jedoch bei einer volldigitalen Dokumentation und Verarbeitung von sensiblen Informationen immer. Kürzlich fielen mehrere digitale Dienste aus – unter anderem auch das Krankenversicherungssystem. Die Ursache wurde jedoch schnell ausgemacht. Es handelte sich bei der Gefahrenquelle nicht um einen Hacker, der es auf die IT-Infrastruktur abgesehen hatte, sondern um Nager. Ratten hatten unterirdische Kabel durchgebissen. Das Problem konnte schnell behoben werden.
swr3.de

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