KW 43: Bundesregierung: Corona bedroht IT-Sicherheit, IT-Sicherheitsbranche verzeichnet weiter Wachstum, BER-Betreiber setzen noch auf Windows XP

NACHRICHTEN

Bundesregierung: Corona bedroht IT-Sicherheit: Wie das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik mitteilte, haben Cyberattacken in Deutschland in diesem Jahr zugenommen. Zwischen Juni 2019 und Mai 2020 hat die Behörde mehr als 117 Millionen neue Schadprogramme erkannt. Das sind 320.000 pro Tag. Besondere Gefahren drohen durch die in Coronazeiten alltäglich gewordenen Videokonferenzen und mangelhafte Sicherheitsstandards im Homeoffice. Um dem zu begegnen will das Bundesamt nun nachrüsten. Innenminister Horst Seehofer plant die Einrichtung von einhundert neuen Stellen. In Kürze solle zudem ein Entwurf für ein zweites IT-Sicherheitsgesetz vorgestellt werden. Kritik kam von der Opposition: Sie warf der Bundesregierung vor, die Gefahren zu lange verkannt zu haben.
br.de

IT-Sicherheitsbranche verzeichnet weiter Wachstum: Angesichts steigender Angriffe auf die IT-Infrastruktur investieren Unternehmen in Deutschland stärker in Sicherheitsmaßnahmen. Nach einer Erhebung des Branchenverbandes Bitkom werden die Ausgaben für IT-Sicherheit in Deutschland 2020 um 5,6 Prozent wachsen. Für das darauf folgende Jahr geht Bitkom gar von einem zweistelligen Wachstum aus. Laut Bundeskriminalamt ist die Anzahl von Cyberangriffen 2019 um 15 Prozent im Vergleich zum Vorjahr gestiegen.
t3n.de

BER-Betreiber setzen noch auf Windows XP: Am neu eröffnenden Flughafen Berlin-Brandenburg (BER) werden noch Computer mit dem veralteten Betriebssystem Windows XP eingesetzt. Darüber gab nun eine Stellungnahme der Flughafen Berlin Brandenburg GmbH (FBB) und des Senats von Berlin Auskunft. Darin heißt es, dass noch auf 15 Computern das Betriebssystem läuft. Zuvor hatte es entsprechende Hinweise auf dem Kurznachrichtendienst Twitter gegeben. Microsoft hat den Support des Betriebssystems offiziell für beendet erklärt. Darum befänden sich die 15 Computer in “gesondert abgetrennten Netzwerk-Bereichen”, wie es in der Stellungnahme des Betreibers und des Senats heißt.
t-online.de

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Darknet-Prozess in Trier begonnen: In Trier hat einer der größten Prozesse gegen Internetkriminalität in der Geschichte der Bundesrepublik begonnen. Dem Betreiber Cyberbunker werden 249.000 Straftaten vorgeworfen, darunter Drogenhandel, Kinderpornografie, Falschgeldgeschäfte und Datenhehlerei. Nach fünfeinhalb Jahren Ermittlungsarbeit mit 650 Beamten, 403 konfiszierter Server und zwei Millionen Gigabyte beschlagnahmter Daten wird den Betreibern des Darknet-Rechenzentrums in Traben-Trarbach die Ermöglichung krimineller Geschäfte und schwerer Straftaten vorgeworfen. Der Prozess ist bis 2021 angelegt und muss den Angeklagten nicht nur nachweisen, dass sie von den illegalen Machenschaften ihrer Kunden wussten, sondern auch, dass sie diese dabei unterstützt haben.
t-online.de

Russland plante wohl Angriffe auf Olympia: Der russische Militärgeheimdienst hat angeblich Cyberangriffe auf die Sommerolympiade in Tokio geplant, die wegen der Corona-Pandemie auf nächstes Jahr verschoben wurde. Das geht aus einer Untersuchung britischer und amerikanischer Cybersecurity-Dienste hervor. Das Organisationskomitee der Olympischen Spiele von Tokio gab dagegen an, über keine Hinweise auf konkrete Attacken zu verfügen. Japan sei aber bestmöglich auf alle Eventualitäten vorbereitet.
theguardian.com

EU warnt vor Betrug bei Anträgen auf Hilsfkredite: Die Vertretung der Europäischen Kommission in Deutschland hat vor einer Phishing-Offensive gegen kleine und mittlere Unternehmer gewarnt. Mit gefälschten Antragsformularen für Corona-Hilfskredite wollen Cyberkriminelle vertrauliche Daten der Unternehmen abfangen, heißt es in einer Mitteilung. Die Betrugsfalls würden im Namen der EU-Kommission und ihres angeblichen Sprechers “Svetla Bobeva” von der Domain ec-europa.eu versandt. Es sei ratsam, die Mail gar nicht zu öffnen, da ein möglicher Schadende nicht ausgeschlossen werden kann. Der Versuch ist nicht neu: Bereist im Juli hatten Kriminelle unter dem Deckmantel der EU-Kommission Phishing-Mails versendet.
heise.de

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Zensur: Twitter ändert Regeln nach Biden-Affäre it-zoom.de
Lieferando: Lieferhersteller räumt Datenleck ein e-recht24.de
Smart-Home: Sicherheitsanwendungen auf dem Prüfstand lanline.de
Microsoft-Mails: Welche Virenprogramme stöbern Phishing-Mails auf? chip.de
Staatstrojaner: Wie man ihn von Laptop und PC fernhält br.de

ZAHL DER WOCHE

Laut einer Kaspersky-Studie sind für jedes fünfte Unternehmen Cyberangriffe auf die eigenen IoT-Systeme eine der größten Bedrohungen.
businesswire.com

HINTERGRUND

Cyberattacken größeres Geschäftsrisiko als Pandemien: Unternehmen sehen ein größeres Risiko in Cyberattacken als in den Auswirkungen von Pandemien. Zumindest laut einer von Cybersecurity-Hersteller Airlock gesponserten IDG-Studie über Cyber Security 2020. Demnach äußerten sich 41 Prozent der befragten Unternehmen dahingehend, dass Cyberattacken das größte Geschäftsrisiko darstellten. Dagegen gaben nur 29 Prozent an, die Auswirkungen von Pandemien mehr zu fürchten. Drei von vier Teilnehmern gaben an, ihre Security-Budgets erhöhen. Investitionen seien vor allem in den Bereichen Netzwerksicherheit (42%) und Cloud-Sicherheit (39%) geplant.
all-about-security.de

Floridas Wahlmaschinen leichte Beute für ausländische Hacker: Computerexperten warnen im Vorfeld der US-Wahl vor Hackerangriffen auf Wahlauszählungsmaschinen. Besonders die Modelle, die in Florida zum Einsatz kommen sollen, seien extrem verletzbar. Ein Brief mit konkreten Warnungen und Vorschlägen von 30 Computerexperten und Wahlbeobachtungsinitiativen war am 15. September an Floridas Wahlaufsichtsbehörde geschickt worden. Eine Antwort blieb bislang aus. Nach Hackingversuchen bei der letzten Präsidentschaftswahl hatten mehrere Bundesstaaten Maschinen angeschafft, die Internetzugriff auf die Auszählungsgeräte verhindern sollen. Florida sah damals keine solche Notwendigkeit.
govtech.com

ZITAT

“Noch immer gibt es keine Mindeststandardsetzung, noch immer kein überarbeitetes Haftungsregime, noch immer keine unabhängigen, gut ausgestatteten Aufsichtsstrukturen.”
Grünen-Fraktionsvize Konstantin von Notz hat der Bundesregierung Versagen beim Thema IT-Sicherheit vorgeworfen.
internetworld.de

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SICHER?

Herrenloser Laptop bringt Biden in Bedrängnis: Ein herrenloser Laptop mit Wasserschäden, der von einem Computer-Reparaturbetrieb im Bundesstaat Delaware gefunden wurde, bringt US-Präsidentschaftskandidat Joe Biden in Nöte. Auf der reparierten Festplatte seien Daten gefunden worden, die Biden Sohn in der “Ukraine-Affäre” neu belasten. Dabei geht es um Korruptionsvorwürfe. Auch seien Fotos auf dem mysteriösen Laptop gefunden worden, die Biden junior beim Rauchen einer Drogenpfeife zeigen würden. Pikant: Facebook und Twitter gingen gegen die Verbreitung der Nachricht vor. In der Begründung heißt es, man erlaube nicht die Verbreitung von privatem Material, das durch “Hacker” erlangt worden sei.
merkur.de

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