KW 28: Siemens und NATO setzen Zusammenarbeit fort, Rassismusdebatte um White Hat und Black Hat, USA prüft TikTok-Verbot

NACHRICHTEN

Siemens und NATO setzen Zusammenarbeit fort: Siemens Smart Infrastructure und das NATO Cooperative Cyber Defence Centre of Excellence (CCDCOE) haben angekündigt, ihre Zusammenarbeit im Bereich Cybersicherheit für kritische Infrastrukturen zu vertiefen. Der Schutz digitaler Stromnetze sei eine wichtige Verteidigunsaufgabe, weshalb fortlaufende Sicherheitstrainings besonders wichtig seien, um die Sicherheit der Produkte zu gewährleisten. Beide Seiten unterzeichneten ein “Memorandum of Understanding”. Laut Oberst Jaak Tarien, Direktor des NATO CCDCEO, sei Ziel der Kooperation, “(…) die Interaktion zwischen den verschiedenen Akteuren der Cyber-Verteidigung zu stärken sowie die Kooperation und den Austausch von Best Practice zu vertiefen.”
industry-of-things.de

Rassismusdebatte um White Hat und Black Hat: Googles-Android-Sicherheitschef David Kleidermacher hat eine Debatte um Hacker-Bezeichnungen angestoßen. Zuvor hatte er einen Auftritt bei der US-Securitykonferenz Black Hat abgesagt. Denn die Begriffe “White Hat” und “Black Hat”, ebenso wie Whitelist/Blacklist wurden längst überholte Klischees vom “guten” weiß und “schlechten” schwarz reproduzieren und sollten durch vorurteilsfreie, zeitgemäßere Begriffe ersetzt werden. Die Änderung von Sprache sei zwar nur ein kleiner Teil im Kampf gegen Diskriminierung, aber sie sei dennoch wichtig, so Kleidermacher.
heise.de

USA prüft TikTok-Verbot: Laut US-Außenminister Mike Pompeo prüfen die USA ein Verbot chinesischer Onlinedienste wie beispielsweise TikTok. Hintergrund sei, dass man verhindern wolle, dass sensible Nutzerdaten nach China weitergeleitet würden. US-Abgeordnete befürchten demnach eine Weitergabe der Daten an bzw. eine Zusammenarbeit mit dem chinesischen Geheimdienst. Doch nicht nur die USA, auch andere Länder verbieten chinesische Apps. Erst Ende Juni beschloss die Regierung in Indien ein Verbot von 59 Apps aus dem Reich der Mitte. Hintergrund waren Berichte über den Missbrauch von Nutzerdaten bzw. die Lagerung von Daten auf externen Servern.
t-online.de, t3n.de

Corona-Kontaktliste ungeschützt im Netz einsehbar: Ein Datenleck beim Schweizer Start-Up Lunchgate hat dazu geführt, dass die Kundendaten von fast 200.000 Gästen ungeschützt im Internet einsehbar wären. Wie auch in Deutschland, müssen Schweizer Restaurants in der aktuellen Situation einige Daten ihrer Gäste dokumentieren. Die Zürcher Firma ergänzte seine an die Gastrobranche gerichtete Reservierungs-App “Foratable” um eine Tracing-Funktion. Jedoch konnten nicht nur die Restaurantbesitzer, die die App nutzen, die Daten einsehen, sondern jeder. Die Sicherheitsfirma Modzero entdeckte das Versäumnis und wies die Zürcher darauf hin. Lunchgate gibt an, das Problem noch am Abend des 3. Julis behoben zu haben. Anzeichen für einen Missbrauch der Daten gibt es bisher keine.
golem.de

TMG-Reform: Vergangene Woche hat der Bundestag einen Regierungsentwurf für eine Reform des Telemediengesetzes (TMG) verabschiedet. Im Fokus: Anbieter von Videosharing-Plattformen wie YouTube oder Vimeo, aber auch Social-Media-Apps wie TikTok. Diese müssen demnach künftig zusätzlich zu den Auflagen für strafrechtlich relevante Inhalte auch ein fest umrissenes Melde- und Abhilfeverfahren für Nutzerbeschwerden wegen Verstößen gegen Werbe- und Jugendschutzvorschriften installieren. Zudem müssen Anbieter einen sogenannten “Notice & Action”-Mechanismus für Beschwerden über rechtswidrige Inhalte einbinden. Gelöscht werden sollen solche Inhalte unverzüglich nach Meldung, allerdings müssen sie die jeweiligen Beträge zur Beweissicherung noch zehn Wochen lang speichern. Mit einem Änderungsantrag über den Wirtschaftsausschuss wurde zudem formuliert, dass die kommerzielle Verarbeitung von Daten, die der Dienstanbieter zum Jugendschutz oder anderweitig erhoben hat, verboten ist. Damit folgte der Bundestag einem Vorschlag des Bundesrates.
heise.de

Gespräche zur Gigabit-Förderung offenbar gescheitert: Monatelang dauerten die Gespräche zur Gigabit-Förderung zwischen dem Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) und der EU-Kommission. Nun gilt die geplante Glasfaser-Förderung in Gebieten, die nicht mit Gigabit versorgt sind, als vorerst gescheitert. Nun bleibt für den Ausbau lediglich die bislang gültige Förderungsschwelle. Die Folge: Ein “Flickenteppich”, mit dem Ausbau einzelner Straßen oder Ortsteile. Am Ende haben die Verbraucher bzw. Bewohner nicht so gut ausgebauter Landstriche das Nachsehen.
it-times.de

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AI&I vTalk mit Luciano Floridi: Die Entwicklung einer Corona-Tracing-App bestimmt momentan die öffentliche Debatte. Neben dem Datenschutz stellen sich dabei auch komplexe ethische Fragen, die die Nutzung einer solchen App mit sich bringt. Am 12. Mai ab 17 Uhr spricht Luciano Floridi, Professor für Philosophie und Informationsethik an der Universität Oxford, in der zweiten Ausgabe des AI&I vTalks über das Vertrauen europäischer Bürger in den Gebrauch mobiler Tracing-Apps und die ethischen Grundsätze des Staats, der Wirtschaft und der Wissenschaft.
Interessierte, die sich an der Diskussion beteiligen und Fragen an Professor Floridi stellen möchten, sind dazu eingeladen, den Youtube-Kanal des Vodafone-Instituts zu besuchen.

Cybersicherheit: “Virtual NTT Summit Germany 2020” im September funkschau.de
Fritzbox: Großes Update startet n-tv.de
Smartphone: Adware verhindert Löschen bösartiger Dateien datensicherheit.de
Android: Schutz lässt zu wünschen übrig it-markt.ch
IoT: The IoT is broken – gebrechlich aber heilbar datensicherheit.de

ZAHL DER WOCHE

69 Prozent der Deutschen halten sich seit Beginn der Corona-Pandemie bewusster an die Cyber-Sicherheitsrichtlinien ihrer Unternehmen.
it-daily.net

HINTERGRUND

Cybersecurity im Urlaub: Nicht nur, aber gerade im Urlaub gilt es, sich vor Cyberrisiken zu schützen. Aktuell droht Urlaubern vor allen Dingen Gefahr durch falsche Corona-Apps, aber auch beim Weg ins Internet mit mobilen Endgeräten. Gerade freie WLAN-Verbindungen in Hotels oder an Touristen-Hotspots würden vielerorts von Kriminellen manipuliert, um an persönliche Daten der Urlauber zu gelangen. Die Faustregel heißt: Keine sensiblen Daten oder Passwörter rausgeben, um sich mit dem Internet verbinden zu können.
wiwo.de

ZITAT

“Wir wollen Digitalisierung gestalten – mit Zuversicht und guter Laune.”
Gesundheitsminister Jens Spahn blickt zuversichtlich auf das kürzlich beschlossene Patientendaten-Schutzgesetz (PDSG).
bundesgesundheitsministerium.de

SICHER?

SIM-Karte könnte verschwinden: Im vergangenen Jahrzehnt ist die SIM-Karte immer kleiner geworden – ihr endgültiges Ende könnte sich bald nähern. Stattdessen könnte die eSIM für IoT-Geräte in den Vordergrund rücken – für Unternehmen bietet sie n nämlich den Vorteil sicherer und widerstandsfähiger zu sein. eSIM-Karten sollen Netzwerke in IoT-Ökosystemen zusätzlich sicherer machen.
industry-of-things.de

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